Hauptvorstandssitzung DBB NRW am 03.11.2025

Öffentlicher Dienst im Fokus

In Zeiten politischer Umbrüche und wachsender gesellschaftlicher Erwartungen steht der öffentliche Dienst erneut im Zentrum intensiver Debatten. Dies wurde auch in der Hauptvorstandssitzung des DBB NRW am 03.11.2025 deutlich zum Ausdruck gebracht. Besonders zwei Themen prägen aktuell die Diskussion: die wachsende Kritik am Berufsbeamtentum und die laufende Tarifrunde der Länder.

Angriff auf das Berufsbeamtentum – ein System unter Druck

Das Berufsbeamtentum gehört zu den tragenden Säulen des deutschen Staatswesens. Als Garant für Neutralität, Kontinuität und Stabilität sorgt es dafür, dass Verwaltung und staatliche Leistungen unabhängig von kurzfristigen politischen Interessen funktionieren. Dennoch steht das System zunehmend unter Druck. Dies thematisierte Roland Staude deutlich.

Politische Angriffe, Reformdebatten und populistische Forderungen nach einem Ende des Beamtentums gewinnen an Lautstärke. Es entsteht der Eindruck konzertierter Aktionen, so Roland Staude. Als Beispiele seien hier die Forderung der Einbeziehung der Beamtinnen und Beamten in das gesetzliche Rentensystem, Kürzung bei Pensionen und Arbeitszeitdebatten genannt.

In der öffentlichen Debatte wird häufig übersehen, dass das Berufsbeamtentum eine entscheidende Rolle für die Stabilität des Staates spielt – insbesondere in sensiblen Bereichen wie innere Sicherheit, Justiz, Schulen oder Steuersystem.

Für den DBB NRW ist klar: Statt das System zu schwächen, braucht es Investitionen in Attraktivität, moderne Verwaltung und faire Rahmenbedingungen.

Tarifrunde der Länder – Beschäftigte fordern Wertschätzung und Entlastung

Die Tarifrunde der Länder im öffentlichen Dienst (TV-L) ist ein Stimmungsbarometer für die Arbeitsbedingungen der rund 3,5 Millionen Beschäftigten, darunter Tarifangestellte und verbeamtete Kräfte in Ländern und Kommunen.

Der öffentliche Dienst kämpft mit massivem Personalmangel, einer steigenden Arbeitsbelastung und der Herausforderung, im Wettbewerb mit der Privatwirtschaft talentierte Fachkräfte zu gewinnen. Angesichts hoher Inflation und gestiegener Lebenshaltungskosten erwarten die Beschäftigten einen finanziellen Ausgleich und klare Signale der Wertschätzung.

Während die Arbeitgeberseite auf Haushaltszwänge verweist, betont Sandra van Heemskerk, Vorsitzende der Tarifkommission des DBB NRW, die Notwendigkeit, den öffentlichen Dienst handlungsfähig zu halten.

Nur mit Respekt, fairer Bezahlung und einer modernen, starken Verwaltung lässt sich die Zukunft des öffentlichen Dienstes sichern. Mit diesem Fazit endete die Hauptvorstandssitzung des DBB NRW.

Text

Simone Thölke

Landesvorsitzende vbba NRW